Bauernhof übernehmen – Geht das?

Foto: © Von Christian Schwier@adobe.com

Die Übernahme eines landwirtschaftlichen Betriebs stellt immer eine große Herausforderung dar, schließlich zieht dieser Entschluss eine nicht zu verachtende Tragweite nach sich – zumindest für viele Jahre. 

Allerdings wissen viele angehende Landwirte, die einen bestehenden Hof übernehmen, gar nicht was auf sie zukommt und woran sie denken müssen. Gebrauchte Landmaschinen können beispielsweise oft von dem Vorgänger übernommen werden, wenn sich diese noch in einem guten Zustand befinden oder gebraucht erworben werden, um Kosten zu sparen. Was bei der Übernahme eines Hofes darüber hinaus zu beachten ist, erklärt der folgende Beitrag. 

Emotionen bewältigen

Bei der Übergabe des Hofes handelt es sich für seinen bisherigen Besitzer immer um einen Schritt, der mit starken Emotionen behaftet ist. Besonders häufig geben Eltern den Hof an ihre Kinder weiter, wodurch sich der Prozess besonders emotional gestaltet. 

Zwar zeigt sich selbstverständlich auch die Übergabe selbst als außerordentlich herausfordernd, umfangreich und komplex, allerdings stehen in diesem Zusammenhang glücklicherweise wertvolle Experten, Werkzeuge und Erfahrungswerte zur Verfügung, auf die zurückgegriffen werden kann. 

Für den bisherigen Hofbesitzer kommt es daher vor allem darauf an, seine Emotionen zwar anzuerkennen, sich von diesen jedoch nicht vollkommen steuern zu lassen. 

Übergabe ausführlich planen

Es ist generell empfehlenswert, wenn sich die Übernahme nach einem fest definierten Prozess richtet, der ebenfalls die bereits erwähnten emotionalen Faktoren berücksichtigt. Viele Hofbesitzer möchten die Übergabe ihres Hab und Guts aus eigener Kraft meistern, allerdings hat dies oft die Folge, dass keine externe Unterstützung beansprucht wird, obwohl Schwierigkeiten auftreten. 

Der ehemalige Hofbesitzer fühlt sich kurz nach der Übergabe seines Hofes häufig hilflos. Daneben fällt natürlich ein großer Teil seines gewohnten Alltags nach der Übergabe weg – dieser muss mit neuen, erfüllenden Tätigkeiten gefüllt werden. Um diese emotionalen Herausforderungen meistern zu können, wird ein durchdachter Plan benötigt, der maßgeblich über den Erfolg der Hofübergabe bestimmt. 

So sollte sich der ehemalige Besitzer schon frühzeitig mit den Fragen beschäftigen, welche Rolle er nach der Übergabe im Betrieb noch einnehmen möchte, was er sich persönlich für ein glückliches Leben wünscht und welche Unterstützung dem Nachfolger angeboten werden könnte. 

Leistungsdruck des Nachfolgers 

Allerdings gestaltet sich die Übernahme eines Hofes selbstverständlich auch für den Übernehmenden nicht einfach. Auf diesen kommt schließlich eine überaus große Verantwortung zu, außerdem muss er lernen, sich mit seiner neuen Führungsrolle zu identifizieren. Wird der Betrieb an die nachfolgende Generation übergeben, weisen die jungen Menschen häufig eine fundierte fachliche Ausbildung auf, dennoch mangelt es ihnen an Erfahrung. 

Die Ängste, die den ehemaligen Hofbesitzer plagen, äußern sich so oft in Zweifeln an den Kenntnissen und Fähigkeiten des Übernehmenden. Dadurch fühlen sich die Nachfolger kontinuierlich beobachtet und werden von dem Gefühl getrieben, sich unbedingt schnellstmöglich beweisen zu müssen. 

Allerdings ist es für die Nachfolger wichtig, ihren ganz eigenen Weg zu finden und den Hof anders zu leiten, als es der bisherige Besitzer getan hat. Jedoch besteht dabei immer die Gefahr, dass der ehemalige Besitzer sich dadurch wiederum gekränkt fühlt und seine Lebensleistung missachtet sieht. 

Jedoch existiert für dieses Problem durchaus eine Lösung. Es ist nötig, bereits frühzeitig offene Gespräche über Ängste, Sorgen und Erwartungen zu führen. Diese sollten keinesfalls erst stattfinden, wenn die eigentliche Übergabe des Hofes bereits erfolgt ist. Dann kann die Übernahme eines Bauernhofs erfolgreich gelingen. 

Foto: © Von Christian Schwier@adobe.com

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