Mit den richtigen Worten überzeugen: die Kunst der Rhetorik

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Jeder der Sprechen kann, kann auch Reden? Noch lange nicht! Wer überzeugend auftreten möchte, der muss mehr als nur Sprechen können. Zu einer überzeugenden Rede gehören Stilmittel, das richtige Sprechtempo und Wortwahl, eine souveräne Körpersprache und der zielgruppenspezifische Auftritt. Rhetorik ist eine hohe Kunst, die gelernt sein will.

Was ist der Unterschied zwischen Rede und Rhetorik?

Wer hofft mit seiner Rede überzeugen zu können, der kann sich nicht einfach an ein Rednerpult stellen und seine Argumente präsentieren. Auch wenn die in der Rede vorgebrachten Argumente noch so überzeugend sind, werden sie keinen Zuhörer überzeugen können, wenn die Rede nicht überzeugend ist.

Hier kommt die Rhetorik ins Spiel. Diese uralte Disziplin ist sowohl Kunst wie Wissenschaft. Sie bedient sich wissenschaftlicher Mittel um herauszufinden, welche sprachlichen und nonverbalen Kommunikationsmittel ein Publikum überzeugen. Sie ist eine Kunst, weil sich ein guter Redner bei jedem Vortrag auf ein neues Publikum einstellen muss und auf sein Gefühl vertrauen muss, wie er auf sein Publikum eingeht.

Als sich in der griechisch-römischen Antike die Wissenschaft der Redekunst – der Rhetorik – gebildet hatte, betrachteten die Nachfahren Aristoteles‘ die Kunst der freien Rede als so wichtig, dass sie Rethorik auch als „Regina artis“, die „Königin der Künste“ bezeichneten. Denn in einem demokratischen, pluralistischen Gemeinwesen, genauso wie in Studium oder der Arbeitswelt, kommen diejenigen am weitesten, die mit ihren Argumenten und ihrer Rede überzeugen. Während das ganze antike Bildungswesen darauf ausgelegt war, aus Schülern souveräne Redner zu machen, gibt es heute Rhetoriktrainings, die die Grundlagen und Feinheiten der Redekunst vermitteln.

Gute Rhetorik überzeugt: Die Grundlagen der Redekunst

Für eine überzeugende Rede, Präsentation oder Vortrag sind nicht die Worte selbst entscheidend. Viel wichtiger ist, wie die Worte vorgetragen werden. Hierzu gehört das Sprechtempo, die Lautstärke, die Emotionen der Sprache, der Mimik und der Gestik. Der Redner muss seine Leidenschaft mit seinen Worten ebenso wie mit seiner Körpersprache ausdrücken.

Worte und Körpersprache müssen zusammenpassen – sonst funktioniert die Rede nicht mehr. Dabei sind Körpersprache und der nonverbale Ausdruck wichtiger. Studien haben ergeben, wenn Worte und Körpersprache nicht übereinstimmen, orientieren sich 90% des Publikums an der Körpersprache.

Das richtige Sprechtempo

Grundsätzlich neigen ungeübte Sprecher dazu, während eines Vortrages zu schnell zu sprechen. Daher sollte man gezielt daran arbeiten und sich konstant daran erinnern, langsamer zu sprechen. Dabei darf für einen Vortrag nicht dauerhaft das gleiche Sprechtempo gewählt werden. Wichtige Punkte müssen langsamer formuliert werden, als längere Erklärungen. Um bei einem bestimmten Aspekt die eigene Leidenschaft auszudrücken kann dagegen das Sprechtempo erhöht werden, um das Publikum mitzureißen.

Die Lautstärke variieren

Wenn man die Leidenschaft unterstreichen möchte, sollte man auch die Leidenschaft erhöhen. Bei einer Rede wird allerdings nie geschrien. Wessen Stimme in einen Schrei verfällt wirkt unsouverän. Stattdessen soll die Stimme kräftig und klar sein und in der Lautstärke variieren – aber nie so leise werden, dass man nicht mehr verstanden wird. Was viele vergessen: Nicht die Lautstärke ist entscheidend, sondern das Sprechtempo. Eine leise Stimme wird besser verstanden, wenn langsam gesprochen wird.

Um eine Aussage zu unterstreichen wird die Stimme gehoben. Das Ende eines Gedankenganges wird mit der Bogensatztechnik beendet. Das heißt, dass die Stimme am Ende eines Satzes gezielt gesenkt wird.

Auf die Atmung achten und Pausen setzen

Um eine gute Rede zu halten, müssen Redner richtig und tief atmen. Denn ohne ausreichend Luft in der Lunge entsteht keine kräftige Stimme. Man stelle sich einen Trompeter vor, der immer nur flach atmet – er wird nie dazu in der Lage sein, seinem Instrument einen klaren Ton zu entlocken. Wer zuerst atmet und dann spricht, nutzt den vollen Umfang seiner Stimme.

Eines der wichtigsten Stilmittel einer guten Rede gibt Zeit um durchzuatmen: die Pause. Eine rhetorische Pause ist nicht nur dafür da, um die Aufmerksamkeit des Publikums zurück zu gewinnen. Stattdessen werden Aussagen mit richtig platzierten und getimten Pausen prägnanter.

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