Der beste Trend seit langem: Gemüsekisten

Manchmal könnte man das Gefühl haben, nichts spaltet unsere Gesellschaft so sehr, wie die Frage nach unserem Essen. Nachdem Vegetarier und Veganer althergebrachte Küchentraditionen dreist (wie können sie nur!) hinterfragten und dafür immer weiter ausgelacht werden, bis der „typische vegane Gutmensch“ zu einem langweiligen Stereotyp verkommen ist, sind als nächstes die Hipster dran, die begeistert von ihren neuesten Superfood-Entdeckungen berichten.

Bei dieser buchstäblich ideologisch aufgebauschten Debatte wird aus den Augen verloren, dass Essen vor allem Eines sein sollte: Spaß. Wer Spaß am Essen und Kochen hat, der wird sich automatisch gesünder ernähren. Dazu kommt aber noch eine zweite Überlegung, seitdem die Klimaschutzdebatte nach langer Zeit es in die Mitte der Gesellschaft geschafft hat – die Frage, wie ökologisch unsere Nahrung ist. Unabhängig ob Fleisch jeden Tag oder gar nicht auf den Teller gehört, steht fest, dass Gemüse günstiger zu produzieren ist und weniger Fläche verbraucht als die Viehwirtschaft.

Woher aber frisches Gemüse bekommen?

Wandert man durch die Obst- und Gemüseabteilungen der Supermärkte bietet sich in den meisten Fällen den Kunden ein trauriges Bild. Welke Salate liegen Seite an Seite, die Kartoffeln sind weich und die Zwiebeln haben zu viele Schleimstoffe während der Lagerung ausgebildet. Die Äpfel sind nicht mehr knackig und die Tomaten sind haben seit ihrer Ernte in Spanien ihr Plastikzelt nicht mehr verlassen.

Gegen dieses Trauerspiel kämpfen Anbieter von Gemüsekiste wie My Fresh Farm, die einen Obst und Gemüse Lieferservice für Hamburg anbieten an. Sie haben erkannt, dass es nicht reicht, Verbrauchern zu raten, mehr Gemüse zu essen. Auch Gemüse muss regional produziert werden, um Klima und Umwelt zu erhalten. Spargel aus Peru ist auch nicht ökologischer als das Vieh aus der industriellen Viehzucht Niedersachsens.

Das Prinzip von solchen Gemüsekisten ist einfach. Die Kunden können sich bequem online eine Gemüsekiste in verschiedenen Größen, je nach Bedarf, nach Hause bestellen und erhalten jede Woche eine Kiste mit frischem, regional produziertem Gemüse nach Hause geliefert. Die meisten Anbieter erlauben ihren Kunden natürlich dann auch zu sagen, welche Lebensmittel auf keinen Fall in die Kiste gehören.

Ich würde beispielsweise immer Brokkoli ausschließen, denn Brokkoli kommt mir nicht ins Haus.

Warum ist das Modell Gemüsekiste so gut?

Das Modell solcher Gemüsekisten überzeugt auf ganzer Linie – denn jedem ist damit geholfen. Die Verbraucher erhalten frisches, regional produziertes und damit hochwertiges Gemüse nach Hause geliefert und müssen sich nicht mehr das traurige Gemüse aus dem Supermarkt antun, das selbst den überzeugtesten Gemüseliebhabern den Appetit verdirbt.

Die regionalen Produzenten profitieren ebenfalls von diesem Modell, denn durch das Abo-Modell der Anbieter können sie mit einer relativ sicheren Nachfrage ihre Produktion planen, sodass weniger Lebensmittel am Ende entsorgt werden müssen.

Und trotz des Lieferservice bis zur Haustür profitiert auch das Klima: Die Fahrt vom Gemüse-Großmarkt vor den Toren der Stadt ist immer noch umweltfreundlicher als der Transport von Avocados aus Südamerika, Tomaten aus Spanien und Auberginen aus Italien nach Deutschland.

Viele dieser Lieferservices umgehen sogar dieses Problem und liefern ihre Ware mit elektrischen Fahrzeugen aus. So ist auch die letzte Meile, die das Gemüse zurücklegt, fast klimaneutral. Ein besseres Gewissen kann man kaum auf seinem Teller haben.

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