Die Karpaten in Rumänien sind für Freunde des Wanderns eine Reise wert. Das wilde und touristisch wenig erschlossene Areal steckt voller unberührter Natur. Mehr als ein Drittel der in Europa lebenden Großraubtiere sind in den Karpaten zu Hause. Wölfe, Luchse und Braunbären streifen durch die Wälder des Gebirges, deshalb sollte ein Fernglas auf den Wanderungen immer dabei sein.

Das Piatra-Craiului-Gebirge in Rumänien

Technisch anspruchsvolle Bergwanderungen bietet das Piatra-Craiului-Gebirge im zentralen Rumänien. Der aus Kalkstein bestehende Höhenzug ist ein Teilgebirge der Südkarpaten, das eindrucksvolle Szenerien, steile Anstiege und eine idyllische Natur bereithält. Zahlreiche Wanderrouten durchziehen die Transsilvanischen Alpen.

Ein erster Anlaufpunkt ist der Nationalpark Königstein im Piatra-Craiului-Gebirge. Das fast 15 Hektar umfassende Schutzgebiet im Land von Graf Dracula beherbergt eine artenreiche Fauna und Flora und glänzt mit spektakulären Kalksteinformationen. Die Königsteinnelke ist nur hier anzutreffen. Mit etwas Glück lassen sich Rothirsche, Luchse und Gämse beobachten. Der Nationalpark beherbergt steile Hänge, sehenswerte Höhlen und wasserführende Quellen. Nicht verpasst werden sollten das wissenschaftliche Reservat Peretele Vestic an der Westwand, die Quellen Izvoarele din Plai und die Dambovicioara-Wasserschlucht mit dazugehöriger Höhle.

Wanderstrecken in den höchsten Bergen von Rumänien

In den Südkarpaten liegen neben dem Königsstein das Cindrel-Gebirge und das Fogarascher Gebirge. Letzteres präsentiert den höchsten Berg Rumäniens. Das Cindrel-Gebirge thront im Süden Siebenbürgens, westlich des Fogarascher Gebirges. Inmitten eines knapp 600 Hektar großen Naturreservats befinden sich zwei paradiesische Gletscherseen, die sogenannten Zibinsseen, die es beim Trekking im Gelände anzusteuern gilt.

Am nordöstlichen Abhang des Cindrel-Gebirges liegt der Luftkur- und Wintersportort Hohe Rinne. Mit einer mittleren Höhe von 1440 Metern ist die Ortschaft der höchstgelegene Erholungsort. Im Gebirge sind die Schäferdörfer um Sibiu wie eine Perlenkette angeordnet. Die recht wohlhabenden Gemeinden entzücken mit prachtvollen Häusern und einladender Gastfreundschaft. Bei einer Tour vom Hauptkamm bis zu den nördlichen Ausläufern sollte in den Dörfern ein Stopp eingelegt werden.

Das Fogarascher Gebirge lässt sich im Anschluss durchwandern, wenn sich in Richtung Westen aufgemacht wird. Mit dem Moldoveanu ist in diesem Teil der Karpaten der höchste Gipfel Rumäniens ansässig. Ganze 2544 Meter ist der imposante Berg hoch. Rund um den Rekordhalter ist eine sehr wilde und ursprüngliche Natur zu sehen. Eine Kammwanderung über das Fogarascher Gebirge ist technisch meist einfach, allerdings ist Ausdauer mitzubringen. Für Kletterfans gibt es um den Negoiu einige geeignete Stellen, die nur bei gutem Wetter genutzt werden sollten. Schnee auf dem Kamm ist im Sommer keine Seltenheit.

Trekking in den Südkarpaten

Bei den Wanderungen im rumänischen Teil der Karpaten werden so einige Höhenmeter zurückgelegt. Das Gelände rund um Brasov lässt das Erreichen von 2.100 Metern über dem Meeresspiegel ohne Schwierigkeiten zu. Wenn es das Wetter anbietet, ist eine Tour oberhalb der Wolken möglich. Auch für Rumänien Reisen im Sommer ist wetterfeste Kleidung mitzunehmen, da Hochnebel und regenreiche Tage in dieser Zeit nicht untypisch sind. Für die Nacht gibt es an den Wanderrouten zahlreiche bewirtschaftete und unbewirtschaftete Hütten. Bauernhöfe bieten ebenfalls Unterkünfte an. Ambitionierte Trekker und Abenteuerlustige haben mit einem Zelt mehr Flexibilität in puncto Schlafplatz.

Die Anreise nach Rumänien ist recht günstig. Als Ausgangspunkt für die Wandertouren in den Südkarpaten ist Brasov ideal. Das Piatra-Craiului-Gebirge kann unmittelbar durchstreift werden. Wer noch weiter will, nimmt den Bus oder läuft eine Mehrtagesstrecke.

 

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