Ketamin: Anwendung & Wirkung

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Um das Bewusstsein bei besonders belastenden und schmerzhaften Eingriffen auszuschalten, kommt häufig in der Medizin der Arzneistoff Ketamin zur Anwendung. Ketamin ist nicht nur für seine muskelentspannende und schmerzhemmende, sondern auch für seine, die Erinnerung blockierende Wirkweise bekannt, weshalb Ketamin bei Depression ebenfalls verabreicht werden kann.

Wie wirkt Ketamin?

Indem der Arzneistoff im Gehirn das Andocken des Botenstoffes Glutamat verhindert, kann das Bewusstsein kurzfristig ausgeschaltet werden. Ketamin dient als Anästhetikum, wird injiziert und ist zusätzlich in der Lage, Schmerzen zu hemmen. Deshalb wird Ketamin hauptsächlich in der Notfallmedizin zur Schmerzbehandlung und zur Anästhesie von Patienten mit sehr niedrigem Blutdruck eingesetzt. Ketamin bei Depression wirkt bei bis zu 70 Prozent der Patienten, die gegen eine Therapie resistent sind.

Die Anwendung von Ketamin

Ketamin ist ein verschreibungspflichtiges Medikament, das ausschließlich durch Fachpersonal angewendet werden darf. Bei intramuskulärer Injektion zur Narkoseeinleitung können vier bis 6 Milligramm je Kilogramm Körpergewicht verabreicht werden. Erfolgt die Gabe intravenös, reichen ein bis zwei Milligramm je Kilogramm Körpergewicht aus. Zur Schmerzbehandlung reicht eine Gabe von 0,25 bis 1 Milligramm je Kilogramm Gewicht.

Um die Nebenwirkungen des Arzneistoffs wie beispielsweise Albträume nach der Narkose oder Halluzinationen zu mildern, wird Ketamin häufig mit Midazolam, einem Benzodiazepin, zusammen verabreicht.

Wie wirkt sich Ketamin auf den menschlichen Organismus aus?

Bei der Garbe von Ketamin muss mit intensiven Träumen und sogar mit Halluzinationen des Patienten gerechnet werden. Dies tritt bei bis zu 30 Prozent aller Patienten auf. Typisch sind auch eine höhere Herzfrequenz, ein höherer Blutdruck und ein vermehrter Speichelfluss. Aus diesem Grund darf Ketamin keinesfalls überdosiert werden, weil es sonst zu ernsthaften Beschwerden kommen kann, die sogar lebensbedrohlich sein können.

Welchen Menschen sollte Ketamin nur nach ärztlicher Nutzen-Risiko-Abwägung verabreicht werden?

Dazu zählen in erster Linie Patienten, die unter einem erhöhten Hirndruck oder einem erhöhten Augeninnendruck leiden. Menschen mit schweren Herz-Kreislauf-Problemen ist von der Einnahme ebenfalls abzuraten und ebenso Patienten, die unter schweren psychischen Problemen leiden.

Bei welchen Patienten darf Ketamin nicht verabreicht werden?

Die Einnahme von Ketamin ist für Patienten mit einer Schilddrüsenüberfunktion oder mit Bluthochdruck keinesfalls zu empfehlen. Auch bei der Einnahme von bestimmten Asthma-Medikamenten ist eine kombinierte Einnahme mit Ketamin nicht ratsam, weil es zu lebensbedrohlichen Krämpfen und Krampfanfällen kommen kann.

Generell ist bei der Gabe von Ketamin auf Wechselwirkungen bei der gleichzeitigen Anwendung von weiteren Medikamenten zu achten. So können beispielsweise Nasensprays, Asthma-Medikamente, Schilddrüsenhormone und Sympathomimetika die Steigerung des Blutdrucks immens verstärken.

Ketamin bei Schwangeren und Stillenden

Weil der Arzneistoff in die Milch übergeht, sollten Babys während der Einnahme von Ketamin nicht gestillt werden. Erst wenn eine unbedenkliche Menge des Arzneistoffes in der Milch nachgewiesen werden kann, darf wieder gestillt werden. Ob die Gabe von Ketamin für Schwangere bedenklich ist, kann derzeit nur spekuliert werden. Jedoch wird jeder verantwortungsvolle Arzt eine Verabreichung von Ketamin sorgfältig abwägen.

Darf Kindern Ketamin verabreicht werden?

Hinsichtlich der Gabe von Ketamin an Kinder gibt es in der Medizin kaum Bedenken, deshalb wird der Arzneistoff sogar in der Kinderchirurgie verwendet. Allerdings mit Einschränkungen, denn Kindern wird Ketamin nicht in Kombination mit Schlafmitteln verabreicht.

Was nach einer Narkose mit Ketamin zu beachten ist

Eine Narkose mit Ketamin beeinträchtigt bis zu 24 Stunden stark das Reaktionsvermögen. Patienten sollten sich nur in Begleitung nach einer ambulanten Operation nach Hause gehen und weder schwere Maschinen bedienen noch aktiv am Straßenverkehr teilnehmen.

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