Krise: Vereinssport während Corona

Foto: ©GAPS Photography/ adobe.com

Der Lockdown in Deutschland hält nun bereits seit Monaten an. Das bedeutet für knapp 7,3 Millionen Kinder und Jugendliche, dass sie auf ihren Vereinssport wie Judo, Schwimmen oder Fußball verzichten müssen. Für die Jüngsten der Gesellschaft stellt dies eine besonders große Belastung dar: Zum einen fehlt es ihnen, ihre Freunde im Zuge des wöchentlichen Trainings zu treffen, zum anderen ist die körperliche Betätigung besonders für Kinder äußerst wichtig. 

Die Sportvereine sorgen sich außerdem um einen Schwund ihrer Mitgliederzahlen und hoffen daher, dass sie bald hinsichtlich Lockerungen bedacht werden. Die Trainingsbälle in Ballpaketen drohen langsam in den Hallen zu verstauben, da besonders Hallen- und Mannschaftssportarten von den Einschränkungen betroffen sind. 

Wie sich die Lockerungen, die im März beschlossen wurden, auf den Vereinssport auswirken und welche Konsequenzen der Freizeitsportbereich aufgrund der Corona-Pandemie fürchtet, erklärt der folgende Beitrag. 

Große Trainingsdefizite gefährden zukünftige Karrieren

Im Zuge der Corona-Pandemie sind die Einnahmen in vielen Sportvereinen plötzlich weggebrochen. Sportplätze und Hallen sind bereits seit November 2020 zum größten Teil geschlossen. Dabei werden die staatlich versprochenen Corona-Hilfen nur sehr langsam ausgezahlt. 

Experten befürchten außerdem, dass die Trainingsdefizite der Nachwuchssportler in Zukunft kaum noch aufgeholt werden können. So könnten vielversprechende Talente die nötige Förderung verpassen und ihre Sportkarriere beenden, bevor sie überhaupt richtig begonnen hat. 

Der Deutsche Olympische Sportbund fordert, dass bei zukünftigen Lockerungen die Kinder und Jugendlichen bei der Rückkehr zum Sport besonders positiv bedacht werden sollten. Es wird außerdem verlangt, dass Politik und Sport eine gemeinsame nationale Kampagne ins Leben rufen, welche das Ziel einer Mobilisierung der Mitglieder für den Vereinssport verfolgt, um den Schwindenden Mitgliederzahlen entgegenzuwirken und die Neuanmeldungen nach der Pandemie anzukurbeln. 

Die aktuellen Lockerungen seit März

Am 08. März wurden Änderungen an der Corona-Schutzverordnung vorgenommen. So können Kinder in Nordrhein-Westfalen nun wieder im Freien trainieren. Dabei darf die jeweilige Gruppe jedoch maximal zwei erwachsene Trainer und 20 Kinder bis 14 Jahren umfassen. Sport in Innenbereichen bleibt allerdings weiterhin verboten. 

Auch Erwachsene dürfen wieder den Sportplatz aufsuchen, jedoch nur mit maximal fünf Personen aus insgesamt zwei Haushalten. Somit können in der Theorie auch mehrere Gruppen den Sportplatz zur gleichen Zeit nutzen, allerdings muss dann ein Sicherheitsabstand von fünf Metern eingehalten werden. Für die Jugendabteilungen von Amateur-Fußballvereinen bedeutet dies in der Praxis, dass sie ihren Sportplatz sinnvoll aufteilen müssen. 

Jedoch sind die neuen Lockerungen dynamischer Natur. Sollte der Inzidenzwert sinken und für zwei Wochen unterhalb eines Wertes von 100 liegen, sind auch weitere Öffnungsschritte für den Sportbereich möglich. Beispielsweise dürfte dann im Freien wieder Gruppen-Kontaktsport und in der Halle kontaktloser Sport stattfinden. Diese Lockerungen werden jedoch sofort wieder hinfällig, wenn der Inzidenzwert steigt. 

Vereine wünschen sich bessere Perspektiven

In Fitness-Studios oder in der Halle ist die körperliche Betätigung weiterhin vollständig verboten. Dies sorgt bei passionierten Sportlern natürlich für eine steigende Verzweiflung, das gleiche gilt für die großen Breitensportvereine. Diese hatten sich für die Hallensportler bessere Perspektiven erhofft. 

Da die Inzidenzwerte nun aber wieder deutschlandweit steigen, scheint es, dass sowohl Kinder und Jugendliche als auch die Erwachsenen weiterhin viel Geduld aufbringen müssen, bis sie endlich wieder unbeschwert sportlichen Vereinsaktivitäten nachgehen können. 

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