Natürliche Verhütung: Ein Überblick

Foto: © itakdalee/adobe.com

Heutzutage geht der Trend immer mehr in Richtung natürliche Verhütungsmittel. So selbstverständlich die Pille vor einigen Jahren noch eingenommen wurde, desto mehr steht sie jetzt in der Kritik. Viele Frauen klagen über starke Stimmungsschwankungen, eine Gewichtszunahme sowie Kopfschmerzen und einem erhöhten Thromboserisiko. Obwohl die Pille wohl eines der sichersten Verhütungsmittel ist, wollen viele wieder mehr auf ihren Körper und ihren natürlichen Zyklus hören. Doch welche hormonfreien Verhütungsmittel gibt es überhaupt? Und wie sicher sind diese?


Vor- und Nachteile hormonfreier Verhütung


Der größte Vorteil liegt natürlich auf der Hand: Es wir nicht in den natürlichen Hormonhaushalt des Körpers eingegriffen. Um hormonfrei zu verhüten, muss sich viel mit dem eigenen Zyklus beschäftigt werden – wann etwa die fruchtbaren Tage sind und welche verschiedenen Zyklusphasen es gibt. Dadurch erlangen viele Frauen ein ganz neues Körpergefühl und ein verbessertes Wohlbefinden während der Periode.
Ein großer Nachteil ist jedoch, dass die meisten Methoden der natürlichen Verhütung nicht so sicher verhüten wie zum Beispiel die Pille. Der Grund dafür ist ganz einfach. Der menschliche Körper ist keine Maschine, der Zyklus kann durch viele Faktoren gestört werden, wodurch sich die fruchtbaren Tage nicht mehr bestimmen lassen. Faktoren wie Stress, Krankheiten, die Einnahme von Medikamenten oder auch unregelmäßige Lebensgewohnheiten führen zu Problemen bei einer natürlichen Verhütung.


Hormonfreie Verhütung mit Verhütungscomputer


Bei der hormonfreien Verhütung mit einem Verhütungscomputer wird die Aufwachtemperatur sowie der Hormonspiegel im Urin gemessen. Beide sind wichtig, um die Fruchtbarkeit einer Frau zu messen. Nach beiden Messungen wird automatisch der aktuelle Zyklustag und der Fruchtbarkeitsstatus angezeigt. Unterschieden wird in Temperaturcomputer und Hormoncomputer. Beim Temperaturcomputer wird mit einem Messfühler 30 Sekunden lang die Temperatur unter der Zunge nach dem Aufwachen gemessen. Der Hormoncomputer dagegen misst im Urin das Hormon Östrogen und LH und zeigt dann an, ob der Geschlechtsverkehr risikofrei möglich wäre. Diese Verhütungsmethode ist vor allem für Frauen geeignet, die einen geregelten Zyklus und Tagesrhytmus haben.


Zervixschleim als Indikator für die fruchtbaren Tagen


Die sogenannte Billings-Methode geht davon aus, dass anhand des Zervixschleims, den eine Frau ihren Zyklus über ausscheidet, die Fruchtbarkeit erkannt werden kann. Der Zervixschleim verändert sich durch Hormone, die im Körper ausgeschüttet werden. So ist er während des Eisprunges dünnflüssiger und klarer. An fruchtbaren Tagen ist er spinnbar, das heißt man kann ihn zwischen zwei Fingern zu einem etwa 6 Zentimeter langen Faden ziehen. Beobachtet man über einen längeren Zeitraum die Konsistenz des Zervixschleims, kann man gut einschätzen, wann der Eisprung und somit auch die fruchtbaren Tage eintreten. Zu beachten ist aber auch, dass der Schleim durch psychische Faktoren und Infektionen beeinflusst werden kann. Es handelt sich also um eine eher unsichere Methode, die aber gut mit der hormonfreien Verhütung und dem Verhütungscomputer kombiniert werden kann.



Die Kalender-Methode

Bei dieser Methode wird der Zyklus monatlich in einem Kalender festgehalten. Anhand der Tage, an denen die Menstruationsblutung eintritt, kann ungefähr der Eisprung und die fruchtbaren Tage bestimmt werden. Dieser tritt bei einem durchschnittlichen Zyklus von 28 Tagen meist zwischen dem 12. und 18. Zyklustag auf. Der erste Zyklustag ist der erste Tag der Periode. Um diese Methode nutzen zu können, muss der Zyklus aber sehr regelmäßig sein, da sonst die fruchtbaren Tage nicht bestimmbar sind. Es handelt sich wieder um eine eher unsichere Methode, da der weibliche Zyklus, aufgrund vieler Faktoren schwanken kann.

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