Robusta oder Arabica? Der Vergleich

Kaffee-Fans ist der Begriff 100 Prozent Arabica aus der Werbung für ihr Lieblingsgetränk mit Sicherheit bestens bekannt. Das Werbeverspechen steht für die beste Kaffeequalität, wohingegen Robusta Bohnen nur aus Kostengründen zugeführt werden. So lautet zumindest das weit verbreitete Vorurteil. Dabei sind die wirklichen Unterschiede zwischen Arabica und Robusta Kaffees nur den Wenigsten bekannt.

Die Kaffeesorte, die in der Umgangssprache als Robusta bezeichnet wird, ist eigentlich eine Variation der Coffea canephora. Ihren Ruf als die schlechtere Bohne trägt sie nur zu Unrecht. Der folgende Artikel klärt über die wirklichen Unterschiede auf.

Anbauregion und Herkunft

Die Kaffeearten Coffea canephora und Coffea arabica machen rund 99 Prozent des gehandelten Kaffeevolumens weltweit aus, wobei insgesamt circa 100 unterschiedliche Kaffeesorten erhältlich sind.

In Äthiopien ist die Coffea arabica schon seit dem 7. Jahrhundert bekannt. Ihren Ursprung hat diese Art des Kaffees allerdings in Zentral- und Westafrika und ist somit zwischen 10.000 und 15.000 Jahren alt. Dagegen wird das Alter der Coffea canephora auf rund 100.000 Jahre geschätzt.

Besonders berühmt für ihren Arabica Kaffee sind heutzutage die Länder Äthiopien, Kolumbien und Brasilien. Zwischen 60 und 70 Prozent des Volumens an Kaffee auf der ganzen Welt entspricht den Arabica Kaffees, die Robusta Kaffees kommen lediglich auf 30 bis 40 Prozent. Diese werden vorzugsweise in Indonesien, Indien und Vietnam angebaut.

Die Anbaubedingungen

Hinsichtlich der Anbaubedingungen werden besonders große Unterschiede deutlich. Der Anbau der Arabica Pflanzen findet in einer Höhe von rund 600 bis zu 2.300 Metern statt. Durch die Höhenlage reifen die Kaffeekirschen schneller. Die Reifung der Pflanze findet umso langsamer statt, desto höher diese wächst, wodurch mehr Zeit für die Entwicklung des intensiven Aromas bleibt. Für Wetterextreme, wie Frost oder Dürre, ist die Arabica Pflanze nicht geschaffen, diese benötigt konstante Temperaturen und kann eine direkte, intensive Sonneneinstrahlung nicht vertragen.

Schon durch ihren Namen lässt sich ableiten, dass die Caffea canephora wesentlich resistenter und robuster ist. Sie reagiert unempfindlich auf Temperaturschwankungen, Insektenbefall und starke Sonneneinstrahlung. Der Anbau findet in niedrigeren Lagen und Temperaturen bis zu 36 Grad Celsius statt. Darüber hinaus ist die Pflanze wesentlich ertragsreicher als die Arabica.

Der Geschmack

Da sich die Anbaubedingungen und Regionen der beiden Kaffeepflanzen maßgeblich unterscheiden, ist es naheliegend, dass ebenfalls ihr Geschmack recht unterschiedlich ist.

Der Geschmack der Arabica-Bohne gestaltet sich grundsätzlich nuancierter. Die Geschmacksnoten sind komplex, fruchtig und fein. Außerdem verfügen die Bohnen über eine intensivere Säure. Ebenfalls ist der Gehalt an Zucker höher und die Konzentration an Chlorogensäure geringer.

Der charakteristische Geschmack der Caffea canephora ist ein wenig bitter, erdig, nussig und erinnert häufig an dunkle Schokolade. Dies schätzen besonders die Menschen in Süditalien, da dieser Geschmack in Kombination mit Zucker an leckeres Karamell erinnert. Aus diesem Grund verfügen die traditionellen Espressomischungen über nahezu 50 Prozent Robusta Anteil.

Darüber hinaus wird der Kaffeekörper durch das Hinzufügen der Robusta voller und runder. In der Caffea canephora ist fast die doppelte Menge an Koffein enthalten, als in den Arabica Bohnen. Die Creme der Robusta ist länger haltbar und satter, da in ihr weniger CO2 und Lipide enthalten sind.

 

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