Erzgebirge: Was wird an Volkskunst dort hergestellt?

Foto: ©karepa/adobe.com

Zu den bekanntesten kulturellen Traditionen des Erzgebirges zählt die Erzgebirgische Volkskunst. Diese besteht in einer Vielzahl von Ausdrucksformen des kreativen Schaffens, welches von den modernen beziehungsweise klassischen Künsten abweicht. 

Im Rahmen der Volkskunst werden so vor allem Bilder, Skulpturen und Figuren gefertigt. Doch auch Erzgebirgisches Liedgut und die Volksliteratur und -dichtungen werden zu der Volkskunst gezählt. In Deutschland beansprucht das Erzgebirge für sich, das größte geschlossene Volkskunstgebiet darzustellen. 

Tolle Schwibbogen & Schwibbögen aus Seiffen und dem Erzgebirge gibt es auf seiffen.com. Was im Detail hinter der Volkskunst des Erzgebirges steckt, erklärt der folgende Beitrag. 

Wodurch zeichnet sich die Erzgebirgische Volkskunst aus?

Die Herstellung gegenständlicher Produkte bildet die wichtigste Komponente der Erzgebirgischen Volkskunst. Die Entstehungsgeschichte steht in einer engen Verbindung zum Bergbau, durch welchen die Entwicklung der Region bereits seit dem 12. Jahrhundert maßgeblich geprägt wurde. 

Dadurch, dass der Bergbau im 19. Jahrhundert stark zurückgefahren wurde, stieg der Bedarf der Menschen an Ersatz- beziehungsweise Zusatzeinkünften. Neben dem Klöppeln und dem Strohflechten wurde so mit der kunstvollen Verarbeitung von Holz begonnen. 

In ihrem Kern weisen die Motive der Erzgebirgischen Holzkunst einen engen Zusammenhang zu der bergmännischen Lebens- und Arbeitswelt sowie dem Bergbau selbst auf. Flügelpyramiden, Spieldosen, Bergmannsfiguren, Reifentiere, Schwibbögen, Weihnachtsengel, Nussknacker und Bergmannsfiguren stellen so die typischen Produkte der Erzgebirgischen Volkskunst dar. Diese werden bis heute hauptsächlich von Holzspielzeugmachern in kleinen Handwerksbetrieben komplett in Handarbeit gefertigt. 

Das Zentrum der Erzgebirgischen Volkskunst

Die Region rund um Seiffen, die auch unter dem Begriff Spielzeugwinkel Bekanntheit genießt, bildet das Zentrum der Fertigung der Erzgebirgischen Volkskunst. Ein Teil der Hersteller ist dabei in dem Zusammenschluss Dregeno, der Genossenschaft der Spielwarenhersteller, Holzwarenhersteller, Bildhauer und Drechsler, organisiert. 

Das Erzgebirgische Spielzeugmuseum in Seiffen beherbergt eine besonders große und beeindruckende Sammlung der Volkskunst des Erzgebirges. Das Nussknackermuseum ist im benachbarten Ort Neuhausen zu finden – die Sammlung umfasst dabei über 5.000 Exemplare der schönen Figuren. Daneben ist auch in Dresden in dem Museum für Sächsische Volkskunst eine umfangreiche Sammlung an Kunstgegenständen aus dem Erzgebirge vorhanden.  


Der Schutz der Erzgebirgischen Volkskunst

Bei dem Begriff der Erzgebirgischen Volkskunst handelt es sich um eine eingetragene Wortmarke für Produkte, die durch den Verband Erzgebirgischer Spielzeughersteller und Kunsthandwerker ins Leben gerufen wurde. Zu den geschützten Produkten zählen beispielsweise Holz-Nussknacker, Musikinstrumente, wie Spieldosen und Klimperkästen, erzgebirgische Pyramiden, Räucherfiguren, Räucherdosen oder Weihnachtskrippen. 

An den Türen von Geschäften oder auf den Gegenständen selbst, sind spezielle Aufkleber zu finden, wenn diese entsprechende Originalware verkaufen beziehungsweise es sich um solche handelt. Allerdings wird durch die Wortmarke lediglich verhindert, dass der Begriff „Erzgebirgische Volkskunst“ missbräuchlich von Verkäufern oder Produzenten verwendet wird, die nicht im Erzgebirge selbst ansässig sind, beziehungsweise im Auftrag von diesen gefertigt wurden. 

Daneben schützt jedoch auch das Designgesetz die Volkskunst aus dem Erzgebirge. Durch dieses wird es verboten, Vorlagen durch unbefugte Produzenten nachzumachen. Das Verbot basiert dabei auf der Voraussetzung, dass Werke durch den Holzverarbeiter im Erzgebirge hergestellt werden, die das Ergebnis einer schöpferischen, eigenpersönlichen Leistung darstellen. So darf ein gewisses Maß an Ähnlichkeit durch den ästhetischen Gesamteindruck der Kopie zu dem Original nicht überschritten werden. 

Foto: ©karepa/adobe.com

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here