Impfpass verloren – Das kann man tun

Foto: © Von janvier@adobe.com

Irgendwann trifft es jeden. Ob kurz vor dem Urlaub, oder wenn der Besuch beim Arzt oder in der Klinik ansteht. Ausgerechnet wenn man ihn am dringendsten sucht, ist er verschollen – der Impfpass. Die meisten Impfpässe tauchen zeitnah wieder auf und alles ist gut. Manchmal löst sich das Problem aber nicht so schnell und das Dokument bleibt verschwunden. Verloren, verlegt … in so einem Moment ist es egal was eigentlich passiert ist. Der Geimpfte hat zwei Probleme. Zum einen muss der Impfstatus irgendwie nachvollzogen werden, zum anderen benötigt man ein neues Dokument für die Dokumentation der nächsten Impfungen.


Klarheit durch die Nachverfolgung der Impfhistorie


Hat man seinen Impfpass verloren, und möchte die eigene Impfhistorie nachvollziehen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Als erstes sollte man die Arztpraxen, in denen man die Impfungen erhalten hat, kontaktieren. Sie sind dazu verpflichtet, die Daten der letzten zehn Jahre nicht zu löschen und diese jederzeit abrufen zu können. Gab es keinen Praxiswechsel, existiert meist eine Patientenakte mit längerer Historie. In dieser Akte sind auch Impfungen vermerkt. Gab es einen Praxiswechsel, kann ebenfalls auf die Informationen der letzten zehn Jahre zugegriffen werden, auch wenn dies gegebenenfalls mit geringen Kosten verbunden ist. Diese Anfrage kann man selbst an den ehemaligen Arzt stellen, oder auch den aktuellen Arzt dazu bevollmächtigen diese Aufgabe zu übernehmen.

Über die Dokumentation der Arztpraxen ist möglicherweise keine Nachverfolgung mehr möglich. Dies ist der Fall, wenn seit den Impfungen schon mehr als zehn Jahre vergangen sind, oder die Arztpraxis schon seit langem nicht mehr existiert. Auch das Nachvollziehen von Impfungen aus der Kindheit und Jugend ist im Erwachsenenalter oft nicht mehr möglich, wenn der Impfpass verloren gegangen ist. Gab es seit dem Verlust bereits weitere Impfungen, lassen sich zumindest diese noch nachvollziehen. Ärzte stellen bei nicht vorhandenem Impfpass, Ersatz-Impfbescheinigungen aus. Auf Wunsch, vor allem bei besonderen Impfungen für Auslandsreisen, wird auch ein neuer Impfpass ausgestellt.


Den Impfstatus mit Antikörper-Test nachvollziehen


Möglicherweise hat man alles getan, um an Dokumente zu den bisherigen Impfungen zu gelangen und nur Anhaltspunkte zu erhaltenen Impfungen sammeln können. Durch die Eltern zum Beispiel, die versichern, dass sie den Impfempfehlungen der STIKO während der Kindheit folgten. Es ist also wahrscheinlich, dass man viele Impfungen bereits erhalten hat. Um dies zu verifizieren, kann man gemeinsam mit dem Hausarzt überlegen, ob es sinnvoll ist, das Blut auf Antikörper untersuchen zu lassen. Der Nachteil des Bluttests ist, dass zwar eine Grundimmunisierung festgestellt werden kann, aber nicht der Grad und die Dauer der Immunisierung. Dieses Vorgehen wird nur vereinzelt empfohlen.


Impfstatus ungeimpft bei fehlender Dokumentation


Sind Impfungen nicht dokumentiert und auch nicht mehr nachvollziehbar, gelten sie als nicht vorhanden. Ärzte müssen davon ausgehen, dass der Patient nicht geimpft ist, wenn er den Impfschutz nicht nachweisen kann. Bei vielen Standardimpfungen ist sowieso nach zehn Jahren eine Auffrischungsimpfung fällig. Die Impfung gegen Tetanus gehört beispielsweise dazu. Hier wird der Impfstoff oft sogar vorsorglich nach Verletzungen verabreicht, wenn der Verletzte keine direkte Auskunft über seine letzte Impfung geben kann.

Ist man in der Situation, den Impfpass verloren zu haben, sollte man sich also nochmals impfen lassen. Es gibt von der STIKO altersabhängige Empfehlungen, die Ärzte in der Beratung ihrer Patienten dazu berücksichtigen. Aber ist eine doppelte Impfung generell gefährlich? Die Experten gehen nicht davon aus, wobei es auch bei diesen Impfungen zu Impfreaktionen und in selteneren Fällen zu Nebenwirkungen kommen kann. Eins ist daher klar, der Impfpass ist ein wichtiges Dokument, und sollte immer sorgfältig aufbewahrt werden.

Foto: © Von janvier@adobe.com

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